"Landshut - ganz privat"

Auszug aus dem Kapitel "Oscar Dallmer"

 

Ich wurde so herzkrank, dass ich mich nicht von Landshut trennen konnte und meine Herzkrankheit konnte nur auf dem einen Wege geheilt werden, dass ich heiratete. Ich fand in dem Frl. Meindl jenes Geschöpf, das mir die Herzkrankheit brachte und sie auch wieder zu heilen vermochte. So kam es, dass ich den gefassten Gedanken, nach Paris zu gehen, aufgab, meine eingegangenen Verpflichtungen auf gütlichem Wege löste und in Landshut verblieb.

(Oscar Dallmer)

 Die Geschichte des Oscar Dallmer in Landshut begann also mit einer Liebesgeschichte. Der Sohn eines Stadtsyndicus aus Köslin, Westpommern, war in Landshut auf der Wanderschaft als Buchhändler hängengeblieben und arbeitete als sogenannter Buchhandlungs-Commis. Am 11. Oktober 1844 richtete er an den Stadtmagistrat Landshut die „Bitte um Bewilligung der Ansässigmachung in Landshut und der Verehelichung mit der Handelsmanntochter Kreszentia Meindl“. Man musste in diesem Gesuch damals sowohl seine eigenen Vermögensverhältnisse offenlegen als auch die der Braut. (…) Die Bitte wurde abgelehnt.

 Doch Oscar Dallmer kämpfte um seine Liebe! Er brachte seine Bitte erneut und mit noch ausführlicheren Darlegungen seiner Vermögensverhältnisse ein und erhielt dann im Dezember 1844 die „Genehmigung zur Ansässigmachung und Verehelichung“ mit Kreszentia Meindl.

Anfang Januar 1849 stellte er beim Stadtmagistrat Landshut den Antrag auf „Verleihung einer Papier- und Schreibmaterialien-Handlungs-Konzession“, der erst mal abgelehnt wurde. Im März 1849 legte Oscar Dallmer bei der Königlichen Regierung von Niederbayern gegen diesen Ratsbeschluss ein Widerspruch, worin er die Unterschiede seines geplanten Geschäftes zu den damals ansässigen Buchhandlungen … darlegte. Sein Hauptargument war, dass diese Firmen in anderen Geschäftsfeldern tätig seien. Er schloss seinen Antrag mit den Worten: „Einer gütigen Erhörung meiner Bitte entgegensehend, geharrt, hochachtungsvollst – Oscar Dallmer.“ In den Unterlagen aus unserem Familienarchiv heißt es hierzu:

 Genau drei Wochen später, am 18. April 1849, wurde durch Entschließung der Regierung von Niederbayern, Kammer des Innern, dem Oscar Dallmer die persönliche Papier- und Schreibmaterialien-Handlungs-Konzession in Landshut erteilt mit der Begründung, dass er 1.) die persönliche Befähigung zu einem solchen Handelsgeschäft nachgewiesen habe, 2.) bereits in Landshut ansässig sei und 3.) andere Gewerbetreibende dadurch nicht benachteiligt würden. Der Stadtmagistrat hat die Konzessionsurkunde auszufertigen.

Damit war nach hartem Kampf der Grundstein zur ersten Papier- und Schreibmaterialienhandlung in Landshut gelegt.

 

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